MIME-Version: 1.0 Content-Type: multipart/related; boundary="----=_NextPart_01C495A2.538F0920" Bei diesem Dokument handelt es sich um eine Webseite in einer Datei, die auch als Webarchivdatei bezeichnet wird. Wenn Sie diese Nachricht erhalten, unterstützt Ihr Browser oder Editor keine Webarchivdateien. Downloaden Sie einen Browser, der Webarchivdateien unterstützt, wie zum Beispiel Microsoft Internet Explorer. ------=_NextPart_01C495A2.538F0920 Content-Location: file:///C:/0CEB11F3/LabyrinthdesSchicksals.htm Content-Transfer-Encoding: quoted-printable Content-Type: text/html; charset="us-ascii"
Dieses Buch wid=
me
ich meinem „verlorenen“ Sohn, all den anderen verlorenen Tö=
;chtern
und Söhnen meiner alten Heimat, besonders jedoch allen Menschen die mir
große Steine auf meinen Lebensweg gelegt und mir Leid verursacht habe=
n.
Diesen Menschen bin ich zu tiefstem Dank verpflichtet, weil Sie zu meinen
Herausforderungen wurden. Ohne Sie hätte ich nie das Lernen könne=
n,
was ich in meinem Lebensweg zu lernen hatte.
Lieber Leser, ich sehe ein,
daß es viele Bücher über das Thema der Selbstfindung,
Selbsterkenntnis, Lebensgestaltung, der Psychologie im Allgemeinen, der
Ökopsychologie, der Metaphysik, der Mystik, der Esoterik, der untersch=
iedlichsten
religiösen Weltsichten usw. gibt und damit den Einzelnen bereichert od=
er
aber auch verwirrt. Ob da ein weiteres Buch angemessen erscheint, vom
kommerziellen Interessen der Autoren und Verlage ganz abgesehen oder dem Se=
ndungsbedürfnis
des dahinterstehenden Geistes im speziellen, ist fragwürdig.
Da aber eine ständige
Entwicklung des Geistes stattfindet, viele Wirren entwirrt werden wollen, d=
as
Bedürfnis den Sinn hinter all unseren gesellschaftlichen Aktionen, sow=
ie
unseren persönlichen Schicksalsschlägen zu erkennen, wird wohl das
Interesse des Menschen nach dem Erkennen so lange bestehen bleiben, bis wir
sagen können, „Ja, ich habe die Welt erkannt, Ja, ich habe mich
erkannt und sehe nun ein, welchen tieferen Sinn mein Leben im großen =
universellen
Tanz hat“.
Meist haben wir nicht die
Möglichkeit die Suche nach „der Wirklichkeit“ konsequent
durchzuführen, denn unsere körperliche Erscheinung in der Welt
verlangt die Anpassung an die allgemeingültigen Vorstellungswelten des
menschlichen Lebens in einer festgelegten gesellschaftlichen Ordnung. Das i=
st
die Verpflichtung an den Alltag.
Wir haben ein Bild vom Mensche=
n in
uns eingeprägt, mit dem wir unseren Lebenszyklus beschreiten wollen. W=
ir
glauben an das, was wir sehen, hören und schmecken, glauben in zweiter
Instanz an das, was man uns sagt und lehrt und allgemein als wahr anerkannt
ist. Dies umfaßt grundsätzlich unseren sogenannten Kulturkreis, =
in
dem wir uns bewegen, wobei anderes Empfinden, Denken und sich Leben zwar wie
ein fernes Windrauschen in unser Bewußtsein dringt, aber nicht als
lebbare Alternative für uns in Frage kommt.
Das ist der Traum von der Inse=
l.
Meist ist dieses leise
Säuseln und Rauschen auch so unklar, taucht auch oft nur in
nächtlichen Traumwelten auf oder in der Presse als für uns unzumu=
tbare
Lebensmodelle, so daß wir es gut wegfiltern können. Anderes Empf=
inden
verstehe ich hier als das sich wahrnehmen als z.B. afrikanischer Bauer,
indischer Schafhirte oder chilenischer Fischer oder aber auch, sich im Glau=
ben
leben als Buddhist, Hinduist oder Mohammedaner.
Durch unsere Geburt werden wir=
auf
das Denken und das Empfinden festgelegt, welches uns als kollektives Empfin=
den
repräsentiert.
Wir
haben dann weder Zweifel, noch das Bedürfnis dieses Empfinden zu
hinterfragen, sondern nehmen es als „die“ Wirklichkeit war. War=
um
sollten wir auch zweifeln z.B. Deutscher, Franzose oder Amerikaner zu sein,
wenn die sogenannte Außenwelt sich so benennt. Es gibt dann wohl kaum
einen triftigen Grund sich als Chinese zu leben oder sich zu fühlen.
Unsere Startposition im jetzigen Lebenszyklus ist durch unsere Geburt
festgelegt. Also geht es im weiteren nur noch darum, sich dieser Form im
Außen anzupassen, um eine für andere sichtbare klare Gestalt zu =
erlangen.
Schließlich ist das Leben ja nichts anderes, als eine
überdimensionale Spielwiese, die uns die Möglichkeit gibt, uns als
Wesen auszuprobieren und durch unser persönliches „Da-sein“
eine neue Gestalt hinzuzufügen.
Unsere Schicksalsaufgabe ist a=
lso
durch unser Leben über unser Erleben die Welt zu bereichern.
Dabei ist es unwichtig für
das Gesamtsystem, ob wir uns als Heilige, als Geschäftsmann, als
Verwaltungsangestellter oder als Mörder leben.
Im christlichen Glauben wird
dieses Prinzip der Liebe Gottes für all seine Wesen deutlich. Für=
die
„himmlische Urkraft“ gibt es kein werten und beurteilen, sondern
nur ein Annehmen allen Seins.
In allen anderen Religionen, d=
ie
visionär entstanden sind, liegt die gleiche Idee zu Grunde.
Wenn wir nun davon ausgehen,
daß jedes Schicksal, jedes Leben durch das sich Erleben eine Bereiche=
rung
für das Gesamtsystem darstellt, ergibt sich nur noch die Frage für
den Einzelnen, welche Aufgabe übernehme ich in diesem Gefüge, in =
diesem
kosmischen Tanz des Herrschergeistes.
Das Erkennen seines
persönlichen Lebensziels und Sinns, das Finden und Anerkennen seines
individuellen Schicksals soll die Aufgabe dieses Buches sein.
Es wird nicht, wie in
therapeutischen Konzepten oder religiösen Abhandlungen darum gehen, wie
werde ich glücklicher, wie erfolgreicher oder wie gesünder, sonde=
rn
nur um das Erkennen des eigenen Sinns und damit um die Erkenntnis des Lebens
selbst.
Das durch die Erkenntnis
„der“ Wirklichkeit“, man selber wirklicher und damit auth=
entischer
wird, was wiederum ein entspannteres Leben möglich macht, ja gar zu ei=
nem
Gefühl der Freude und des Glücks über seine eigene Existenz =
mit
sich bringt, ist dann wohl als angenehmer Nebeneffekt zu sehen. Aber es geht
eben nicht um das Thema, wie werde ich glücklicher, sondern wie werde =
ich
wirklicher.
So will ich an dieser Stelle
gleich hinzufügen, daß diese Thematik aus mir nicht durch
angelesenes Wissen in Erscheinung tritt, sondern als Erlebte und erlittene
Erfahrungen, dank vieler unterschiedlicher Tätigkeiten in meinem Leben=
, so
wie vieler Reisen und ungewöhnlicher Lebensweisen.
Ich habe keinerlei Ansprü=
che
auf akademische Richtigkeit meiner Behauptungen und Theorien, noch glaube i=
ch
an allgemeingültige Wahrheiten, was das Menschsein anbetrifft.
Ich glaube an die „ander=
en
Wirklichkeiten der Schamanen“ und damit auch an einen sich frei
entfaltenden Geist mit Milliardenhaften Möglichkeiten sich auszudehnen=
und
damit unser Menschsein zu bereichern.
Ich hoffe, daß die
Wortwerdung meiner Gedanken in so simpler Form stattfindet und meine
persönliche Erlebniswelt so lebendig einfließt, so daß jed=
er
einfache Geist das Gesagte verstehen kann und als spannend miterlebt.
Ich danke Ihnen als ein Bruder
oder Schwester in der Zeit, daß Sie an diesen Gedanken teilhaben woll=
en.
Paso de Lobo (Gang des Wolfes)
Das
Lebensabenteuer
Wenn
wir an das Licht denken, so denken wir an Feuer, Sonne, Glühbirne usw.=
Ich denke da aber auch an die
Geburt, an das ins Licht treten, an das reine Sein im Licht, aber auch an d=
as
Leuchten des Erkennens oder das innere Leuchten eines Erleuchteten.
Mir persönlich ist allerd=
ings
noch kein Erleuchteter begegnet, der mich dazu veranlaßt hätte, =
mich
in den Staub zu werfen. Ich gebe aber gerne zu, daß mich der Gedanke =
des
Erleuchteten, des Wunderheilers und des „Erretters“ immer
fasziniert hat. Besonders dann, wenn mein Leben mal wieder in einer Sackgas=
se
landete, aus der ich keinen Ausweg mehr sah. Zum Glück hatte ich da im=
mer
einen kleinen Mann oder Engel im Ohr, der mich darauf hinwies, daß die
schwarzen Seiten im Leben, zu den weißen Seiten gehören, da&szli=
g;
die Freuden sich mit dem Unglück abwechseln.
Dank diesem kleinen Mann im Oh=
r,
der für mich oft sehr präsent war und immer noch ist, mußte=
ich
nie in die Fallen der Illusionen stürzen, die sich in den Magiern der
heutigen Zeit zeigen. Die Magier von heute sind die Gurus, ob nun indische =
oder
amerikanische, sind die Therapeuten, die Heilswege für viel Geld anbie=
ten,
sowie die Kirchen als Institutionen ohne Gesichter.
Bevor man mich nun schläg=
t,
möchte ich diese Behauptung etwas abschwächen und nur dahingehend
geltend machen, daß ich damit einen Wahrheitsanspruch meine, einen He=
ilsweg
für alle, den es nicht geben kann. Ich hoffe, daß ich damit dem
Vorwurf des Ketzers knapp entkommen bin.
Auch ich möchte nicht ger=
ne
verbrannt werden!
Aber kommen wir zurück zu=
dem
Thema Licht.
Was uns vom Nicht-Geborenen Le=
ben
oder nicht existierenden Leben unterscheidet, ist, daß wir ins Licht
getreten sind, also sichtbar werden, für uns selbst, so wie für
andere durch unsere sogenannte Geburt.
Denken wir viele Gedanken,
sprechen wir sie aber nicht aus oder zeigen sie nicht, so kommen sie auch w=
eder
für uns, noch für andere ans Licht.
Wir wissen, daß wir jede
Nacht viele Träume haben, jedenfalls behauptet das die Wissenschaft. N=
ur
wie viele dieser Träume werden uns gewahr und wie wenige kommen tats&a=
uml;chlich
als Gelebtes und Erlebtes ans Licht? Wer lebt schon seine Träume? Wer =
spricht
schon seine Gedanken aus? Wer zeigt schon seine Gefühle?
Dürfen wir uns als ganze
Menschen überhaupt ans Licht bringen? Läßt das Kollektiv das
zu? Dürfen wir uns als ganze Persönlichkeit zeigen, als komplette
Wesenheit mit all unseren positiven und negativen Eigenschaften? Darf unser
Schicksalsweg, unser Karma ans Licht kommen, läßt die umgebene G=
esellschaftsform
uns als gesamte Erscheinung „in den Raum“ treten?
Was passiert, wenn wir nicht a=
ns
Licht und in den Raum treten dürfen, als diejenigen, die wir wirklich
sind? Da müssen wohl ganze Teile in uns im Dunkeln bleiben, dürfen
nicht geboren werden und dürfen damit auch nicht leben. Was passiert d=
ann
in solchen Gesellschaften, die systemgesteuert die Einzelindividuen
formatisieren, einzwängen in die Zwangsjacke einer staatsgesteuerten
Persönlichkeitsnorm?
Die in diesen Systemen lebenden
Wesenheiten dürfen nicht ans Licht treten, bleiben im Meer des
Unbewußten und reichern damit auch nicht das Leben als Gesamtheit an.=
Ich würde einfach mal
behaupten, das Leben wird dann langweilig oder aber die dunklen Seiten
drängen in unwirklichen und damit meist pervertierten Formen an die Ob=
erfläche.
Das passiert genau in
Industriestaaten mit institutionalisierten Sozialsystemen, weil ein
großes Menschen- und damit auch Seelenpotential für die
„großen“ materiellen Werke verbraucht werden muß. Da
tritt nicht mehr die einzelne Wesenheit ans Licht, sondern ein
Industrieprodukt, an dem viele mitwirken müssen.
Das heißt der Mensch opf=
ert
sein persönliches Schicksal, seine Träume, Gedanken und Gefü=
hle
für das materielle Werk der Allgemeinheit. Ans Licht tritt dann eben a=
ls
Output der neueste CD- Player, das glänzend lackierte Auto, oder von m=
ir
aus auch die Flugreise nach Thailand.
Das mag für mich soweit g=
anz
in Ordnung sein, denn ich habe mich ja frühzeitig ausgeklinkt. Der kle=
ine
Mann im Ohr sagte mir recht deutlich, das kannst Du nicht leisten. Ich taus=
che
nicht freiwillig ein koffeinhaltiges Getränk mit Kohlensäure, geg=
en
einen frischen Schluck Wasser aus dem glasklaren Bach und muß auch no=
ch
dafür Geldverdienen gehen und das auch noch in einem Job, den ich am
liebsten am Wochenende aus der Entfernung sehe. Für mich kam das Befre=
mden
der Situation oder einer falschen Illusion ans Licht.
Somit könnten wir das Wort
des Lichtes und ans Licht bringen auch mit dem Erkennen gleichsetzen. Denn =
wo
kein Licht ist, kann nichts gesehen werden, wo nichts gesehen wird, wird ni=
chts
erkannt, und wo nichts erkannt wird, erscheint es auch nicht im
Bewußtsein als Erkenntnis. Leider bleibt ohne Erkenntnis dann auch die
Wandlungsfähigkeit einer Situation aus.
Ohne Erkenntnis kann sich dann
weder die einzelne Persönlichkeit wandeln, noch eine Familie, noch eine
Sippe, geschweige denn ein Staat.
Nichtsdestotrotz kommt eine
Wandlung, wenn zu viele Dinge im Dunkeln bleiben. Wir wissen, daß uns=
er
physikalisches Raum- Zeit Kontinuum auf eine Dialektik angewiesen ist. Wird=
ein
Spannungsfeld überschritten, schlägt zu weit in die eine Richtung
aus, muß zwangsweise die konträre Kraft folgen, die für den
Ausgleich sorgt.
Das bedeutet gesellschaftlich:
bleibt zu viel im Dunklen, wird das System vom Lichten übernommen, fal=
sche
bzw. dunkle Denkstrukturen werden fallen und durch lichtere ersetzt. Deutli=
cher
gesagt: machen Sie sich nichts draus, wenn sie sich jetzt entfremdet und ni=
cht
ihrem persönlichen Schicksal lebend fühlen, die Zeiten werden sich
ändern, weil nicht nur wir als Menschen leben, sondern das gesamte Sys=
tem
in Bewegung und damit am leben ist.
Als Jetzt- Persönlichkeit
dürfen sie aber keine schnelle Veränderung erwarten, denn
Zeitrhythmen laufen verschieden und Gesellschaftsstrukturen brauchen in der
Regel ein paar Hundert Jahre.
Und dennoch können Sie
für sich persönlich etwas tun, was sie neben Ihrem Beruf befriedi=
gen
könnte, außerhalb der üblichen Freizeitgestaltung. Sie
können im Rahmen einer dunklen, die Wahrheit verdrängenden,
Gesellschaft Ihr persönliches Licht suchen und eine etwas im auß=
en
stehende persönliche Lebenswahrheit leben. Nur gehen sie damit das Opf=
er
ein, Ihr Licht für sich selbst genießen zu müssen. Die Umge=
bung
wird Sie dafür nicht wertschätzen, denn die will Sie ja im Kreis =
der
Nicht-Erkennenden einreihen. Das Dunkle liebt das Helle, aber nur als Spann=
ungszustand,
als die Freude am Kampf, als Potentialausgleich, um überhaupt existier=
en
zu können.
Ähnliches, was das Licht
anbetrifft, hörte ich in meiner Schulzeit in der Physik.
Licht bzw. Photonen werden nur
frei, durch den Sprung der Elektronen von einer Bahn auf eine andere.
Licht ist also auch ein Zustand
der Wandlung, sowie das ins Licht treten durch die Geburt schon andeutet.
Im übrigen weisen Berichte
von fast Verstorbenen bzw. klinisch toten Personen in ihren Todeszustä=
nden
und Wahrnehmungen wiederum auf das Licht hin. Da wird von Lichttunneln und
Lichterscheinungen geredet, von lichten Engelswesen und ähnlichem. Der=
Tot
ist wiederum ein Quantensprung, eine Geburt in einen anderen Zustand oder w=
ie
ein bekannter Astrologe so schön sagte, der Tot ist eine Art Umzug,
ein Milieuwechsel.
Wider der christlichen Auffass=
ung hat
da der Tot nichts mit dem Dunklen zu tun, sondern eher mit dem Aufsteigen in
das lichtere himmlische Gefüge. Da verbindet sich die Seele wieder mit=
dem
großen Geist, mit dem Unikum, dem Universum, mit Gott, mit der Einhei=
t.
Da hat dann das Licht nichts mehr mit einem materiellen Raum- Zeit Gefü=
;ge
und Polaritäten zu tun. Da gibt es weder Dunkel noch Hell, sondern das
reine nicht wertende Sein.
Kein Wunder das die Geburt etw=
as
mit Schmerz zu tun hat und der Tot auch. Es hat immer etwas mit dem Abschie=
dsschmerz
zu tun, weil wir uns auf dem Wege befinden von einer Dimension in die ander=
e.
Verlassen wir die Einheit in unserem „göttlichen“ oder
kosmischen oder ozeanischen Gefüge und treten ein in ein Gefüge d=
er
Vereinzelung, als Einzelwesen, erleiden wir den Wechsel, treten wir wieder
daraus heraus, erleiden wir wiederum eine Wandlung und durchleiden den Scho=
ck
einer Geburt.
Merkwürdigerweise erfreuen
wir uns jedoch an dem Zeugungsakt, der als kleiner Tod (Orgasmus) bekannt i=
st.
Ich habe jedoch diesen Zeugungsakt persönlich schon einmal als eine se=
hr
beängstigende mich in der Einheit in dem Partner selbst verlierende
Wesenheit erlebt. Da blieb mir plötzlich die Luft weg, sprich mein
Atmungssystem hat seinen natürlichen Automatismus aufgegeben, so da&sz=
lig;
ich schockartig, nach Atem ringend auf einem Bauch aufwachte, der nicht mei=
ner
war, und nicht mehr wußte, wer ich bin. Das nennt man dann wohl
vorübergehender Egotod. Ich konnte mich jedoch noch sehr genau an einen
Zustand von universeller Einheit erinnern. Zugegeben, dieses phantastische
Erlebnis tauchte bisher in diesem Zusammenhang nur einmal in meinem gesamte=
n 50
jährigen Leben auf.
Da gab es jedoch noch andere
lichte Erlebnisse, die im Zusammenhang mit der Sexualität nichts zu tun
hatten.
Sicher ist jedoch, daß d=
ie
Sexualität sehr viel mit der Suche nach der Einheit, Ganzheit und damit
etwas mit dem Erkennen unseres wahren Seins im „himmlischen“ Si=
nne
zu tun hat, vorausgesetzt, daß wir es mit dem Gefühl der Liebe
koppeln. Rein organisch betrachtet und unterkörpermäßig gel=
ebt
und gesteuert, bleibt der Sexualakt wohl eher dem Dunklen zugeordnet. Das h=
at
aber jetzt mit Moralvorstellungen und Ehe nichts zu tun. Liebe kann nicht
institutionalisiert werden, lebt sich als Kraft der Einheit zugewendet und =
hat
damit seine vollkommen eigenen Gesetzmäßigkeiten unabhängig
aller Glaubenssätze und gesellschaftlichen Vorstellungswelten.
Hell wird auch dann meine
Bewußtwerdung, wenn ich deutlich zwischen meiner Körperlichkeit =
als
nackter Affe und der von ihm übernommenen Seeleneinheit unterscheiden
lerne. Graf Dürckheim schreibt da sehr schön etwas vom doppelten
Ursprung des Menschen. Lernen wir zu unterscheiden zwischen unserer
körperlichen Erscheinung, die ja von mir aus auch gerne Darwinistischen
Gesetzmäßigkeiten unterliegen und dem Alien , Seele, die vollkom=
men
andere Interessen vertritt, so könnte man fast von einer schizophrenen
Struktur des Menschen ausgehen. Und diese Struktur ist tatsächlich
gespalten.
Nur ist sie eben in Erscheinung
getreten, als das was sie ist und sollte deswegen nicht weiter von uns bewe=
rtet
werden.
Wenn eine Erscheinung, ob nun
schizophren oder als reine Form, wie das in der Mineralwelt auftritt, ans L=
icht
kommt, so sollten wir es in erster Linie erst mal annehmen lernen, Ja, dazu
sagen und es bestaunen.
Das Gleiche sollte für al=
le
Erscheinungen unserer persönlichen Umwelt gelten. Aber vergessen wir
nicht, das Erscheinungen, obwohl sie „scheinen“, also wieder mal
erhellt sind, doch nur ein Schein sind.
In der Identifikation mit dies=
en
von uns außen liegenden Erscheinungen, sprich Umwelt, verfallen wir in
die Illusion einer Wirklichkeit, die es zwar für uns persönlich g=
eben
mag, aber mit „Der Wirklichkeit“ rein gar nichts zu tun hat. Er=
scheinungen
sind die Kulisse unseres „Da-seins“.
Was bleibt ist unser Sein.
Mehr nicht.
Damit dürfen wir uns jedo=
ch
in die Form, oder als Erscheinung des nackten Affen verpackt, ein Lebenszyk=
lus
lang erfreuen oder erleiden. Je nach dem?
Das Erfreuen kommt über d=
as
Erkennen der Wirklichkeit unseres Seins, das Erleiden kommt über das n=
icht
hinsehen wollen, was unser Lebensweg uns eigentlich ins Ohr flüstern w=
ill.
Die Erleuchtung unseres Wesens=
ist
das Erkennen unseres Schicksalsweges, sozusagen unseres Abenteuers Leben, w=
obei
es aber wohl im irdischen häufig beim ahnen bleiben muß.
Nur wenige von uns in Raum und
Zeit erreichen die Demut, die Bescheidenheit und den festen Glauben, Illusi=
onen
abzuschwören, um als Heilige und wahre Erleuchtete aufzusteigen. Dies =
ist
und soll wohl auch nicht der Plan des Lebens sein. Denn wenn jeder mit
sogenannten „Lichtnahrungsprozessen“ ala einer Jasmuheen in eine
andere Bewußtseinsdimension aufstiege, würden wir das Leben und
damit unsere persönliche Erlebniswelt und unser Schicksal betrüge=
n.
Es gäbe nichts mehr zu leben und erleben. Das Ganze gilt auch für=
den
Betrugsversuch anderer sogenannter Therapeuten, die sich selbst und andere
einreden wollen mit einer Rebirting- Atemtherapie z.B. in Verbindung mit ei=
nem
Kurs über Reichtumsbewußtsein könnte man seinem Lebensabent=
euer
entfliehen und als Armer plötzlich reich werden. Sicher, die Kursleiter
verdienen ein nettes Sümmchen dabei, aber außer dem Gelde werden
weder Kursleiter noch Seminarteilnehmer klüger, welches eigentlich ihre
wahre Aufgabe im Leben darstellt.
Das Lichte ist und bleibt immer
das Erkennen und Anerkennen dessen was ist, nie aber was sein könnte,
wäre man ein anderer.
Hilft ein Mensch einem anderen,
auch wenn er sich Therapeut, Priester oder Guru nennt und in Erscheinung tr=
itt
mit Liebe in seinem inneren Wesen als „Orientierer“ einem ander=
en
Menschen zu erkennen, wer er ist und nicht, wer er sein könnte, wenn
....., dann ist er ein guter Mensch und bereichert das Lichte. Er wird dann
weder seine Therapiemethode als einzigartig in den Himmel heben, noch wird =
er
es der Bereicherung wegen tun, sondern als Freund und Begleiter, des Intere=
sses
am Lichten tun.
Insofern bleibt die Liebe die
Antriebsenergie des Lichten, denn die Liebe ist unser gemeinsamer Ursprung =
aus
dem „All-Einen“.
Aus der Liebe heraus kommt das
Erkennen und aus dem Erkennen heraus kommt die Liebe.
Wobei die Liebe rein gar nichts
mit lieb sein zu tun hat.
Erlebniswelten und Erkenntnis
können sehr hart sein.
Schuld auf sich zu laden und es
für andere zu übernehmen ist ein schweres Brot, Täter zu wer=
den
und Opfer zu hinterlassen bringt keine Freude, sich zu opfern, damit andere=
leben
können, bringt Leiden und Märtyrertum, intensives Lieben ohne etw=
as
zu verlangen, bringt Stärke, bittere Armut zu ertragen, bringt
Zähigkeit usw.
Nur was bringt Ignoranz und
Bequemlichkeit? Bringt es das Erkennen, bringt es Kraft oder bringt es die
Nähe von Liebe und Mitgefühl?
Mir ist ein gewiefter
Betrüger in all seinen Gemeinheiten lieber, als ein Mensch, der sich in
seinem inneren Todsein bequem bei Kartoffelchips im Fernsehsessel zurü=
cklehnt
und über die selbst nicht gelebten Gemeinheiten dieser Welt redet und
dabei gähnt oder urteilt.
Er wird nie eine Selbstachtung,
innere Würde und Ehre verspüren können, so lange er die Welt
nicht in Erlebnissen spürt. Zum Erleben gehört ein Körper un=
d damit
eine Seelen- und Körpererfahrung in gemeinsamen Tanz.
Nur welches unsere Rolle in di=
eser
Zeit und in diesem Leben sein mag, ist eine harte Suche und manchmal ein la=
nger
Weg vieler Jahre der Mißverständnisse. Nehmen wir uns immer wied=
er
einmal die Zeit zu schauen, was wir denn da eigentlich taten und immer noch
tun, so kommen wir unserem persönlichen Geheimnis näher. Erreichen
wir dann einen Punkt in unserem Lebensweg, der eine klare Veränderung
einfordert, sollten wir sehr, sehr aufmerksam sein und eventuell gute Ratge=
ber
hinzuziehen, die unparteiisches Sehen eingeübt haben. Erkennen wir ein=
en
roten Pfaden in unseren vergangenen Aktionen und Wiederholungen, die uns Fr=
eude
und Leid brachten, sollten wir beginnen, von leidvollen Aktionen Abstand zu
nehmen. Tun wir es nicht, folgt der Kreislauf des Leids. Dies geschieht dan=
n in
unterschiedlicher Form und Mechanismen. Ein Unfall oder eine Krankheit ist =
immer
ein Zufall. Nur verstehen sie den Zufall aus einer Ordnung heraus. Ihnen
fällt etwas zu. Sie bekommen das, was Sie verdient haben. Verdienen ko=
mmt
vom Dienen.
Der Kraft, der Sie dienen, ist
auch die Kraft, die Sie bedient. Dienen Sie der Freude, bedient Sie auch die
Freude usw.
Dennoch gibt es einen Faktor, =
der
Ihnen das Gruseln lernen kann. Es ist der Schicksalsfaktor.
Das höchste Gesetz, ist d=
em
Gesamtgefüge zu dienen, in dem Sie ein Muster darstellen. Nehmen Sie I=
hr
Schicksal an, kommt Ihnen das Gefüge entgegen, verweigern Sie sich Ihr=
en
Anlagen, schlägt das Schicksal zu. Schicksalsschläge sind immer
leidvoll, drum wünsche ich Ihnen, zu Erkennen und Licht in Ihr Leben zu
bringen.
Bauen Sie Ihr Leben nach dem
Prinzip der Selbstverwirklichung nach dem egoistisch therapeutischen Grunds=
atz
des sich Durchsetzens auf, machen Sie einen Riesenfehler. Sie werden immer =
nur
das Durchsetzen können, was Ihren Anlagen entspricht und das mit Freud=
en.
Wollen Sie das durchsetzen, was Ihre Umwelt als Überzeugung Ihnen einr=
eden
mag, leben Sie in einer Fremdüberzeugung, die Ihrem Wesen nicht
entspricht. Die Zeugung sind Sie, die Überzeugung ist das Außen.=
Entscheiden
Sie sich, ob Sie ein Schauspieler in einem Film eines Anderen leben wollen,=
ohne
Ihre Marionettenfunktion zu spüren, oder ob Sie sich Selbst spielen wo=
llen,
auf dem Parkett, daß Sie selbst schufen. Tun Sie letzteres, könn=
en
Sie viele unterschiedliche Filme inszenieren und wechseln Kulissen, wie es
Ihnen beliebt. Leben Sie als Marionette, verlieren Sie den Überblick u=
nd
ahnen nur noch im Unbewußten, was das Ihre ist.
Aber glauben Sie niemanden, der
Ihnen sagt, Sie könnten mit genügend Bewußtsein alles tun u=
nd
bietet Ihnen diesen Bewußtseinskurs an. Es ist eine Lüge. Sie
können immer nur das tun, was das Gefüge für Sie vorsieht. D=
as
Gefüge ist das Gesamtsystem des Lebens überhaupt, was gewöhn=
lich
als Gott bezeichnet wird. Das Gefüge hat eine klare Ordnung und brauch=
t im
Raum-Zeit Kontinuum eine Dialektik, eine Polarität, ein Spannungsfeld,=
um überhaupt
Leben hervorzubringen.
Wenn Sie ein Plusteil sind,
können Sie aus sich selbst heraus kein Minus herstellen. Versuchen Sie=
es
dennoch, werden Sie aus dem System eliminiert. Dies geschieht nicht nur mit
Ihnen als Einzelperson, sondern ganzen Gesellschaften im Kollektiv. Wird das
Kollektiv unbrauchbar, weil es sich seiner vorgesehenen Rolle durch falsche
Vorstellungen entzieht, wird es vom Plan gerufen.
Wie der Mechanismus funktionie=
rt,
können wir tagtäglich in unserem persönlichen Leben beobacht=
en,
wenn unser Blick dafür geschult wird. Und das werden Sie später
erfahren.
Seien Sie mir nicht böse,
wenn meine Worte manchmal sehr sarkastisch oder unangenehm scharf klingen.
Meine Aufgabe ist Klarheit aufzuzeigen und dort zu Erhellen, wo Dinge im
Dunklen bleiben wollen. Drum bin ich genötigt, oft bissig zu werden, w=
ie
es der Strahl einer grellen Taschenlampe auf die Augen eines im Dunklen
Wandernden erscheinen mag. Dennoch verspüre ich tief im Innern eine Li=
ebe
zu jedem Wesen, weil ich immer versuchte, Leid nachzuvollziehen. Jedoch
sind einem jeden Menschen Gre=
nzen
gesetzt. Oft noch läuft mir ein kalter Schauer über den Rück=
en,
wenn ich viel Unverständnis und Ignoranz in der Welt wahrnehme. Aber i=
ch
fühle mich der Welt verbunden, drum ist sie mir nicht gleichgülti=
g.
Es gilt mir immer noch nicht alles gleich, aber ich kann ungleiches gut neb=
eneinander
stehen lassen. Ich meine nicht, das arm zu reich werden soll und schwarz zu
weiß, aber mich gruselt, wenn Schwarz meint, es wäre weiß,
oder Profilierung meint, es wäre bescheiden, oder Frau meint, es w&aum=
l;re
Mann. Dann verdreht sich die Welt und bekommt einen ungesunden Aspekt.
Wenn wir gemeinsam Licht in ge=
rade
dunkle Teile der Welt bringen, in Teilen, die von sich selbst meinen sie
wären reich, weil sie Geld hätten, aber Liebe verloren, könn=
en
wir etwas Heilen, was sich lohnt zu heilen. Ich denke an den Forschergeist,=
der
vielen Neugierigen , die die Natur verstehen wollen, an den Erfindungsgeist
vieler Techniker und Ingeniere, die phantastische Dinge entwickelten, aber =
ich
denke auch an Diejenigen, die in ihrer besessenen todkranken Gier versuchen,
andere zu übervorteilen. Seid langem fällt mir schon auf, da&szli=
g;
wirklich bahnbrechende Dinge nicht mehr entdeckt werden, daß das
große Abenteuer der Raumfahrt mehr aus Schau und Betrug besteht, als =
aus
seriösem Voranschreiten, ich sehe das die große deutsche
Herausforderung eines auf Induktionsschleifen aufgebauten Transportmittels,
namens Transrapid, aus imperialistischen Größenwahn an Geldmitte=
ln
scheitert und ich sehe auch, daß alle wegen einer Rezession jammern, =
die
durch ein verdrehtes Weltbild erst zustande kam. Doch scheint man scheinbar=
nur
Licht in ein Lebenssystem zu bringen, wenn es erst schmerzhaft spürbar
wird. Im Leben ist es eine Krankheit wie Krebs, in Staatsystemen eine Krank=
heit
, wie Krieg oder Pleite.
Aber glauben Sie nicht, da&szl=
ig;
sich nur ein Fuchs, Vogel oder Baum um unsere Belange kümmern werden. =
Die
anderen Arten werden weiter grenzüberschreitend ihre Lebensfreude kund=
tun,
denn sie wissen, wer sie sind. Ein Fuchs glaubt bestimmt nicht, er wäre
ein Vogel, und ein Baum wird sich hüten, wie ein Vogel fliegen zu woll=
en.
Begreifen wir, wer wir sind, gibt es keine Rezession und Kriege, höchs=
tens
mal ein paar Hungerzeiten und kleine Scharmützel.
Wenn ich ein Buch lese,
interessiere ich mich für den Inhalt. Spricht der Inhalt mich an,
fühle mich von ihm verstanden bzw. verstehe ihn, weckt der
dahinterstehende Geist mein Interesse. Der dahinterstehende Geist zeigt sic=
h aber
als Mensch aus Fleisch und Blut, mit seinem persönlichen Leid und Freu=
de,
Erfahrungen und Geschichte, mit einem Schicksal.
Also will ich etwas erfahren v=
on
diesem Menschen. Wenn nun auf dem Buchdeckel nur ein Geburtsdatum und f&uum=
l;nf
Schlagwörter seines beruflichen Werdegangs stehen, empfinde ich es als
enttäuschend. Fast würde ich sagen, ich fühle mich
getäuscht. Der dahinterstehende Geist wird zu einem Phantom, bekommt k=
ein
Gesicht und damit auch keine Substanz.
Das Thema eines Schicksalsfakt=
ors
und die Erforschung des Geheimnisses des Lebens ist aber ein Gemeinsames zw=
ischen
Leser und Schreiber. Es ist eine Interaktion, eine gemeinsame Reise, die wir
zusammen antreten.
Wenn ich mir Sie, lieber Leser,
als Menschenwesen vorstelle, der mit mir an diesem Thema teilhat, dann sind=
sie
eben mit in der Geschichte. Sie sind ein Teil davon, weil Sie an meinen
Gedanken teil-nehmen. Ohne Sie würde es doch sinnlos sein, überha=
upt
ein Buch zu schreiben. Da könnte ich mir ja alleine meine Gedanken mac=
hen
und sie an mir vorbeirauschen lassen. Aber gerade durch Ihre Anteilnahme
realisiert und damit auch materialisiert sich ja dieses Ding, was Sie gerad=
e in
den Händen halten, mit Ihren Augen wahrnehmen und sich Buch nennt.
Ich, als der Schreiber bin zwar
nicht das Holz, was in dem Papier verarbeitet ist, ich bin auch nicht die
Druckertinte, die diese netten Symbole, die sich Buchstaben nennen, sichtbar
macht, aber ich bin der Geist, der diese netten kleinen Symbole in der Form
aneinanderfügt, so daß Ihr Geist sie aufnehmen und verarbeiten k=
ann.
Somit glaube ich, daß es=
Ihr
gutes Recht ist, den dahinterstehenden Geist eines Schriftstückes
substantiell kennenzulernen, ihn in den Bereich der Wahrnehmbarkeit zu
rücken, ihn anfaßbar werden zu lassen.
Ich, als Derjenige, der sich I=
hnen
mit-teilt, habe da schon ein größeres Problem. Ich kann Sie mir
jetzt als ein großes Publikum, also als eine unfaßbare Masse oh=
ne
Identität vorstellen, oder aber als eine kleine, vielleicht 6-köp=
fige
Gruppe in einem gemütlichen Blockhaus vor einem offenen Kamin, oder al=
s Einzelperson
mir in einem Sessel gegenübersitzend.
Sind Sie eine fremde Masse, si=
nd
Sie eine Vielzahl von Personen, die mir bekannt sind, sind Sie meine Familie
oder Sippe, sind Sie meine Kinder, denen ich meine Erfahrungen mitteile?
Für mein persönliches
Grundgefühl werden Sie am ehesten ein Bruder oder Schwester in einer
gemeinsamen aber an unterschiedlichen Orten durchlebten Lebenszeit im Rahmen
einer Familie um ein Lagerfeuer geschart sein. Dieser Rahmen entspricht am
ehesten meinem archetypischen Bild von Kommunikation und Miteinander. Der u=
mgebende
Wald schützt uns und gibt uns Feuerholz, ein rauschender Gebirgsbach im
fernen Hintergrund und eine kleine gurgelnde Quelle nahe bei uns, sowie das
Knistern des Feuers gibt uns die Begleitmusik. Ein klarer mondloser tiefsch=
warzer
Sternenhimmel unter dem Kreuz des Südens macht uns unsere Winzigkeit a=
ls
Einzelwesen deutlich und läßt uns die Unendlichkeit von Raum und
Zeit fühlen. Wir sind als kleine Gruppe Eins, verbrüdert, auf ein=
em
gemeinsamen Boot in einem gemeinsamen Zeitabschnitt. Wir haben uns getroffe=
n,
nach langer Zeit wiedergefunden und berichten nun über unser Abenteuer
„Leben“, unsere Erfahrungen, unsere Visionen, unsere Gedanken u=
nd
unsere Entscheidungen für unser Leben.
So und nicht anders muß =
es
für mich als Schreiber sein. Ich habe ein tiefes Urvertrauen zu Ihnen,=
als
einen Teil in mir und außerhalb von mir, damit ich mein Inneres nach
außen kehren kann und das Äußere zu meinem Inneren.
Und da gibt es noch etwas.
Manche von Ihnen sitzen
merkwürdigerweise mit Bügelfaltenanzügen da, andere mit grel=
ler
Modekleidung, andere mit blütenweißen indischen Saris, andere mit
einem Overall, eine meiner Schwestern hat diese modischen Stöckelschuh=
e an
den Füßen und einer ist zerlumpt und dreckig. Und doch ist jeder
gekommen, dem anderen zuzuhören, ihn in seinem Dasein zu respektieren =
und
ihn als Geschwister anzunehmen. Jeder hat auf seiner persönlichen Reise
durch „seine“ Welt und „seine“ Wirklichkeit etwas
vollkommen anderes erfahren, keiner ist mehr so wie der andere und doch gib=
t es
die Gemeinsamkeit einer Familie und Sippe: Wir alle verstehen eine gemeinsa=
me
Sprache und sind alle gemeinsam bereit, dem anderen zuzuhören.
Alle haben wir unendlich viel =
Zeit
für diese Zusammenkunft, niemand wird uns stören können, weil
unser Zusammensein außerhalb der Zeit und damit außerhalb aller
geprägten Vorstellungswelten des persönlichen Alltags liegen.
Dies ist meine Vision von Ihnen
als Leser, Bruder in der Zeit!
Ich erwarte nicht, daß s=
ie
mich verstehen werden in all meinen Gedankengängen, ich erhoffe mir au=
ch
nicht, daß wir nach dieser Zusammenkunft eine Einheitskleidung tragen
werden, aber ich glaube im tiefsten Herzen daran, daß wir etwas
voneinander über unser Lebensabenteuer gelernt haben.
Nehmen wir uns die Zeit, die A=
ugen
für die unendliche Vielfältigkeit des Lebens zu öffnen, in
unseren Schwestern und Brüdern, in den Pflanzen und Tieren, in unseren
Flüssen und Bergen, werden wir begriffen haben, wozu der
„große Geist“ den Schicksalsfaktor erfunden hat. Wir werd=
en
begreifen, woher wir kamen, wohin wir gehen und wozu wir uns verkleiden, ja
maskieren müssen und warum wir auf dem Weg leiden müssen.
Unendliche Weite und unendliche
Zeiten umgeben mich, frei schwebend im Nichts und doch den Lebensplan als e=
ine
Ahnung in mir begleiten mich. Ich habe vergessen, woher ich kam und wei&szl=
ig;
auch noch nicht wohin die Reise geht, aber spüre, daß ich geschi=
ckt
werde von einem Etwas, was keinen Namen hat und damit nicht aussprechbar is=
t.
Ich denke nicht, sondern spüre nur ein Geschehen. Da ist nur ein Lausc=
hen
auf etwas, aber ein inneres Lauschen, was keiner Ohren bedarf. Die Buddhist=
en
sagen dazu, es wäre ein tiefes Brummen und Schwingen, daß sie da=
nn
als Om ... benennen. Ich kann es noch nicht ein mal als Om identifizieren, =
weil
es noch gar kein Identifizieren gibt. Wenn ich nicht bin, gibt es auch kein
Ich, wenn es kein Ich gibt, gibt es auch kein Om.
Und dennoch gibt es mich als
Einheit in einer Einheit, daß man vielleicht als allumfassendes und
allgegenwärtiges Einssein umschreiben könnte.
Die =
Ahnung
geht auf die Suche,
doch=
sie
kennt kein Ziel,
befi=
ndet
sich auf einem Wege
und =
hat
doch keinen Willen.
Die =
Ahnung
nimmt alles in Allem wahr,
doch=
sie
braucht kein Wissen,
sie
erkennt alles Sein
und =
doch
ist selbst kein Sein.
Sie =
schaut
sich um, im Unendlichen sein,
hat =
keine
Augen und ist doch Allwissend.
Ich =
bin
eins in Gott und habe Dich dennoch verloren,
weil=
leben
als Gott, kann ich mich nur leben in einem Wesen, brauche Grenzen in meiner
allumfassenden Größe,
um m=
ich
selbst zu betrachten, um mich selbst zu fühlen,
um zu
erkennen mein Wesen.
Darum
opfere ich mich für die unendliche Größe,
die =
in mir
wohnt und gebe mir Blöße,
teil=
e mich
auf in das Kleine, in Grenzen,
auf =
das
ich durchs Leben erfahre das Außen.
Denn=
bin
ich nur Innen, werde ich nicht zum Sein,
erst=
das
Außen gibt mir Entrinnen, gibt mir Raum und Hiersein. Doch die Zeit g=
ibt
mir Ursprung,
die
Spaltung gibt Kraft,
mu&s=
zlig;
aber vergessen die Einheit
und =
mich
fügen der Macht,
doch=
die
Allmacht bleibt Liebe,
in m=
einem
himmlischen Gefüge,
kehr=
e ich
zurück aus dem unendlichen Lauf,
blei=
bt die
Erfahrung, das Kreisen, der Raum.
Lebe=
n ist
Spannung, Spaltung und Grauen,
doch=
ohne
Leben bleibe ich in fernen Auen,
kann=
nicht
fühlen, nicht sehen, nicht hören, nicht schmecken, verliere mich =
in
unendlichen Strecken.
Doch
da ist etwas ganz plötzlich um mich, etwas Greifbares, etwas
Hörbares.
Kurz, ich bin geboren als Mens=
ch
in Deutschland Berlin, Spandau an den Flüssen Havel und Spree, am 22.
April 1953 um 17.36 Uhr.
Meine Umgebung ist nicht gerade
das, was ich mir so darunter vorgestellt habe. Irgendwie scheinen diese Wes=
enheiten
um mich herum vergessen zu haben, was ich eigentlich als dieser Organismus,
Mensch, brauchte. Als ob der Schock des Ursprungs, und das war ja wirklich =
ein
heftiger Sprung in die Zeit, nicht reicht, behandelt man mich als ein Tier,=
welches
das Muttertier nicht wärmen oder säugen darf. Dabei steht in mein=
er
Körperahnung doch klar geschrieben, ich habe ein Anrecht auf Wärm=
e,
Nahrung und allgemeiner Gemütlichkeit. Statt dessen werde ich in einem
Rhythmus, der nicht in meinem inneren Plan geschrieben steht, genährt =
und
erhalte einen mich wärmenden Körper, der mir sehr bekannt ist. Den
Körper nennt man hier Mutter, den Rhythmus Uhr. Es gefällt mir hi=
er
gar nicht, ich will wieder zurück in den Mutter-Körper, nein bess=
er
zurück in das Einssein. Aber die Wahl ist getroffen, der Rückweg
versperrt. So ein Mist, da kann man doch nur wütend werden und sich die
Seele aus dem Hals schreien, bis man letztendlich in ohnmächtige Trauer
fällt und wieder abtaucht ins Träumen über die allumfassende
Liebe und Einheit des Nicht- Seins. Und doch wird da etwas anderes
spürbar, es ist Haß und Ärger auf das, was mich umgibt. Er
prägt sich ein und prägt mich, als eine Art Empfangsmusik. Kein
schöner Klang, zugegebenermaßen, aber es ist etwas, was ist, was
bestand hat. Außerdem ist da auch noch etwas anderes, was ich schon v=
or
dieser schrecklichen Zeit des selbst atmen Müssens empfand. Es ist die=
ser
Körper, in dem ich wohne, der wuchs, sich langsam ausbreitete und eine
seltsame Form annahm. Das ist doch wenigstens was, oder.
Ich bin!
Ich bin da, jetzt und hier!
Das Jetzt ist da merkwürd=
ig
aufgeteilt. Die messen das alle in Sekunden, Minuten, Stunden, Tagen, Monat=
en
und Jahren. Weil sie das alle selber nicht so recht begreifen und auch gar
nicht als Wirklich spüren können, haben sie da so ein komisches D=
ing
an dem einen Extremität, was sie Uhr nennen, auf das sie immer wieder
eilig drauf starren und danach eine erkennende verstehende Miene im Gesicht
zeigen, so, als würde ihnen dieses Ding, namens Uhr, ihnen etwas neues
sagen. Sie scheinen dieses Ding auf jeden Fall sehr interessant zu finden, =
aber
manchmal erscheint es auch, als würden sie, wie so leblose Körper
danach funktionieren.
Irgendwie werde ich das
Gefühl nicht los, als sei dieses Ding der größte Feind mein=
es
Jetztdaseins. Der Körper, den sie meine Mutter nennen, reagiert und
funktioniert nach dem gleichen Rhythmus, wie der Körper, der hier Kran=
kenschwester
genannt wird. Das kann doch eigentlich nicht sein und erscheint mir recht
ungesund. Meine Mutter ist doch nicht die Krankenschwester und umgekehrt. D=
ie
Krankenschwester ist noch nicht mal eine Schwester von meiner Mutter und be=
stimmt
darüber, wie oft ich Wärme und die warme Flüssigkeit haben d=
arf,
die mich noch mit dem Einssein verbindet. Ich glaube, die wollen mich hier
nicht haben, ich soll wieder gehen, irgend woanders hin. Ein merkwürdi=
ges
Theaterspiel, eine merkwürdige, irgendwie ungesunde Kulisse und welche
Rolle soll ich hier spielen?
Wer sind die überhaupt,
daß sie mich so wenig achten, der ich doch gerade hier angekommen bin=
. Da
hatte ich nun schon den Mut, den unendlichen Raum zu verlassen und etwas
für das Ganze beizusteuern und werde nun so blöd empfangen.
Irgend wie Scheiße, das
Ganze.
Und wieder spüre ich in m=
ir
etwas Neues, was mir zwar nicht im Einklang mit diesem Lebenskörper
erscheint, aber dennoch ist. Es ist der Trotz und das Zurückziehen. Und
wieder spüre ich: Ich bin!
Nur diesmal bin ich mit Wut und
Trotz und Unverständnis und Sehnsucht nach der verlorenen Einheit. Der
Sprung aus der Unendlichkeit in eine Greifbarkeit ist gelungen. Ob da nun e=
in
Begreifen daraus wird, bleibt erst noch dahingestellt.
Was ich sagen wollte, ist, mein
Start ins Leben war für mich als organisches, sich immer noch an eine
Einheit klammerndes Lebewesen nicht gerade das war, was man sich als harmon=
ischen
Klang vorstellt. Was ich auch bis heute nicht recht verstehen kann, ist,
daß ein Menschenkind in einem Haus das erste Licht der Welt, also ein=
er
vollkommen neuen Dimension, erblicken soll, was sich Krankenhaus nennt. Eine
Geburt hat ja wohl mit Krankheit gar nichts zu tun, es sei denn, man bezeic=
hnet
das Neugeborene als eine Art von Virus, welches lieber in Isolation vor ein=
er
heilen und sauberen Welt isoliert werden sollte.
Und da fängt eben schon m=
al
die Distanzierung zwischen außen und innen an. Und das sind die ersten
Prägungen in einer neuen Welt. Kein Hund und keine Katze muß die=
se
Entfremdung erdulden, denn sie werden ja nur als Tiere von uns gesehen, also
als etwas, was unter uns steht, unter unserer Würde ist und damit als
Anderheit in der Welt unseres Erlebens ausgegrenzt wird. Jeder Mikroorganis=
mus,
jede Art von „Schmutz“ wird ausgegrenzt, um dem ach so geheilig=
ten
Menschen eine garantierte Gesundheit zu geben.
Dies folgte dann als
Erfahrungsbilder in meinem Heranwachsen in einer Stadtgesellschaft, die sich
von der Natur isolierte und anderes Leben nicht mehr herein lassen wollte. =
„Mach Dich nicht dreckig,
Junge!“, ist einer der typisch mütterlichen Besorgnisse.
„Paß doch auf, wo =
Du
hin trittst“, heißt es, wenn man mal hin fiel und sich einen
blutigen Ratscher am Arm holte.
„Kannst Du nicht einmal
pünktlich nach hause kommen“, schrie es mir entgegen, wenn das E=
ssen
mal wieder kalt war, was mich eigentlich als Kind nicht weiter störte.=
„Mußt Du immer so =
laut
sein“, heißt es, wenn ich mal vor Freude oder Schmerz schrie.
Kritik und Begrenzungen fanden
sich tagtäglich in meinem Lebensgefüge, was die Großen
Erziehung nannten.
Schuld war immer und fortlaufe=
nd
mein Begleiter, Hunger jedoch nie. Mütterliche Wärme wurden im La=
ufe
des Aufwachsens immer seltener, väterliche Wärme waren tabu. Ein
Vater ist die absolute Macht, der Herrscher, aber nicht wirklich greifbar, =
weil
distanziert und kalt. Ich war ja nicht doof, als kleiner Steppke, und konnt=
e ja
noch wesentlich besser hinter die Dinge sehen, als die Großen. So sah=
ich
schon die künstlich zurückgenommenen Gefühle meines Vaters, =
der
tagein tagaus aus dem Haus ging und mit schlechter Laune wieder
zurückkehrte. Was dieser große Mann machte, machte ihm
offensichtlich keinen Spaß. Er sagte immer, ich muß es machen, =
um
Brötchen zu verdienen.
Ich bin ein Junge und werde
später mal ein Mann und das was Männer machen, wenn sie aus dem H=
aus
gehen, macht keinen Spaß und sie kommen unglücklich nach hause. =
Das
merkte ich mir! Das war eine Prägung.
„Geld verdienen macht ke=
inen
Spaß und ist mit entfremdeter Mühsal verbunden und Geld ist immer
knapp“, also muß es wenig Geld geben und das männliche Leb=
en
dreht sich um Geld und Mühsal. Ich lernte eine ganze Menge dazu, nicht
wahr!
Dann die fehlende Anwesenheit =
des
Vater, des großen Mannes, der nie Zeit hatte, weil, er mußte ja
Geld verdienen gehen, sagte mir: „Geld verdienen, heißt, keine =
Zeit
zu haben und „abgespannt“ nach hause kommen“.
Dann kam die Schule.
Angst!
Das Haus und die Sicherheit
verlassen, wieder einmal abrupt und nicht fließend und weit entfernt =
mit
Straßenbahn und strammen Laufen verbunden.
Die Schule selbst lag dann auch
noch in einem isolierten Bereich im Grünen von Berlin, Spandau, umspan=
nt
von einem ewig langen und ziemlich hohen Eisenzaun, zwischen dessen Sprossen
man nicht den Kopf stecken durfte, weil man ihn danach nicht wieder
herausbekam. Das hatte ich mir nach einem Panikanfall gut gemerkt.
„Vorsicht, der Zaun ist eine Kopffalle!“ man bekommt ihn zwar
irgendwie zwischen die Sprossen, aber die verdammten Ohren ließen den
Kopf nicht wieder raus.
Das ganze Gelände
gehörte der evangelischen Kirche, wurde als überdimensionales
Altersheim, Pflegeheim, Krankenhaus und Grundschule benutzt und von mir als
Kind als erschreckender Ort der Krankheit identifiziert. Ich wollte ja Leben
und Spiel und nicht Krankheit und Krüppel. Es hing immer der Gedanke v=
on
Bedürftigkeit in der Luft, das gemeinsame Miteinander in Christlichkei=
t,
die ich so nicht verstand. Ich kann mich noch gut an den Nachhilfeunterrich=
t,
ich weiß nicht mehr welches Fach, erinnern, in einem Pflegehaus f&uum=
l;r
Menschen mit Kinderlähmung und spasmischen Lähmungen. Es roch da =
nach
Medikamenten und irgend etwas anderem, was mich gruselte. Nur gab es da eine
Frau im Rollstuhl, die gab den Nachhilfeunterricht einzeln, nur für mi=
ch.
Es war ein liebe Frau, aber es war ein Mensch, der ein Schicksal zu tragen
hatte, das ich nicht verstand, mit dem ich nichts zu tun hatte. Sie selber =
war
eigentlich akzeptabel, aber die Umgebung, das Haus war für mich ein Ha=
us
des Gruselns.
Ob es da wohl nach Krankheit r=
och,
nach Tot oder Verderben?
Es ist schon merkwürdig, =
wie
sensibel ein Kind spürt, wenn etwas da ist, was nicht so sein sollte, =
wie
es ist.
Zum Glück habe ich mir di=
ese
Eigenschaft noch bis heute erhalten!
Mein Leben zu hause ging weiter
seine normalen Bahnen. Die Mutter war akzeptabel, lieb und beschützend,
der Vater kam schlecht gelaunt nach hause, so daß wir alle (ich, mein
Bruder und die Mutter) zitterten, wenn wir sein Schlüsselbund im
Türschloß hörten, mein Bruder ging zum Kinderpsychologen und
die Oma verlangte, Großmutter genannte zu werden und trieb ihre
unsichtbaren Keile zwischen uns allen. Jeden Tag kamen neue Prägungen
dazu.
Das Thema Gerechtigkeit in der
Welt wurde dann in der Schule auch schon früh praktiziert. Ich hatte in
besagter christlicher Schule einen Klassenlehrer über 4 Jahre. Herr
Stegemann (Name verändert) war enorm potent darin, immer nur mich zu
erwischen, wenn ich mal nicht „aufpaßte“ oder träumte
oder mit meinem Nachbarn redete. Seine Methode der Justiz hieß dann
„Frühstück“, wobei er den abgewinkelten Daumen nahm, =
um
über die Haare der Schläfen mit enormer Kraft zu reiben oder genau
diese empfindlichen kindlichen Häarchen zu nehmen und den Kopf daran h=
ochzuziehen.
Da sah man keine blauen Flecken hinterher. Er hatte noch andere recht kreat=
ive
Methoden entwickelt, um uns das christliche Wesen von Liebe und
Brüderlichkeit näher zu bringen. Die Falschheit seines Systems em=
pfand
ich damals leider als eine Unzumutbarkeit und verstieß ganz extrem ge=
gen
meine kindliche Ethik. Als ich ihn darauf hinwies, bekam ich postwendend
schlechtere Noten, ständige Ermahnungen, Klassenbucheintragungen, bis =
ich
meiner Mutter gegenüber die Schulverweigerung aussprach.
Sie hatte dann, als richtige
Löwenmutter auch den Mut, zu besagtem Lehrer zu gehen, um ihm meinen
Entschluß mitzuteilen. Irgendwie fanden sie scheinbar ein Abkommen, d=
er
als Ergebnis die totale Ignoranz meiner kleinen Person nach sich zog, eine =
Zahl
unter der wirklich verdienten Note und ansonsten Waffenstillstand. Ich
hörte dann Jahre später, daß besagter Pädagoge aufstieg
zum Oberschulrat – hoffentlich in einer Position, in der er weniger
Schaden anrichten konnte.
Ja, ja, späte Rache, Herr
Stegemann!
Aber ich habe etwas sehr
wichtiges, vielleicht sogar das aller wichtigste für mein Leben in der
Menschenwelt gelernt: Gerechtigkeit und Justiz sind zwei verschiedene Dinge.
„Gerechtigkeit ist die Justiz Gottes bzw. des Schicksals, Justiz ist
Macht“. Seitdem mir dies als Erwachsener später richtig bewu&szl=
ig;t
wurde, unter anderem nach einigen sogenannten Prozessen, lächle ich nur
noch über die Justiz und weiß ....., daß auch Richter durch
den Schicksalsfaktor gerichtet werden!
Je weiter in einem Staatsgebil=
de
Gerechtigkeit und Justiz auseinanderklaffen, desto kranker ist der Patient
Staat und wird bald ein Bärenkur durchmachen müssen, um zu begrei=
fen.
All die Herrn Stegemanns,
Müllers und Pinochets werden wichtigst gebraucht und geliebt, um die
Dialektik des Lebens aufzuzeigen, zwischen Fehlbarkeit und Unfehlbarkeit, d=
em
Lichten und dem Dunklen.
Als kleiner Steppke ist dies
allerdings noch schwer verdaubar. Man lernt ja noch, auch von den Herrn
Pädagogen und man lernt, wie man mit den Kameraden umzugehen hat. Lieb=
en
und betrügen, besser sein und den anderen niedermachen. Stärke ist
Anerkennung, Schwäche ist Verlust.
So einfach ist das, .. wenn man
die Dialektik begreift.
Ich will reich sein, dafü=
r wird
ein anderer arm sein. Es klingt bitter, traurig, macht schon als Kind
wütend und ist doch nötig für das irdische Gefüge.
Im Gymnasium ging mir denn lan=
gsam
auch die Luft aus. Lernen hatte etwas mit Herumsitzen zu tun, mit Zahlen, L=
atein,
besser sein als der Nachbar. Selbst als Jugendliche wurden wir nicht gefrag=
t,
was wir eigentlich lernen wollen, wo unsere Stärken liegen, sondern
sollten uns anpassen an ein Weltbild, bei dem sich die Erde um die Sonne dr=
eht,
obwohl wir doch mit unseren eigenen Augen die Drehung der Sonne jeden Tag um
die Erde beobachten können. Wir lernten weder, wie man jagt, noch Beer=
en
findet und pflückt, noch etwas über unser Menschsein an sich, noc=
h,
wie man ein Lagerfeuer mit feuchtem Holz entzündet, was die
Sexualität mit Liebe zu tun hat, geschweige denn, was Liebe überh=
aupt
ist. Wir lernten nichts über die Wesenheiten von Pflanzen und Tieren,
sondern wie einzelne tote Pflanzenfasern unter dem Mikroskop aussehen und m=
it
welchen Wörtern man Kleinstpartikel benennt.
Wäre ich damals zu meinen
Lehrern gegangen und hätte ihnen etwas über ein Seelenleben der
Pflanzen oder anderer Lebewesen erzählt oder sie darum gefragt, wä=
;re
ich schon wieder verhaltensauffällig geworden. Nur gut, daß ich
damals nicht mehr an eine Seele glaubte. Ich wäre als Idiot oder Ketze=
r niedergemacht
worden und mein Zensurendurchschnitt wäre noch weiter in den Keller
gegangen. Irgendwie wußte etwas in mir, daß ich mich selbst bes=
chützen
muß.
In all meiner Verwirrung, Nich=
t-
Angepaßtheit suchte ich mir einen Ausgleich. Das waren das Basteln, d=
ie
Sterne und die Psychologie.
Als 12-jähriger baute ich
große Modellsegelboote mit einem richtigen Bleikiel, lenkbarem
Großsegel und allem Schnickschnack, mit denen dann Regatta gefahren w=
urde.
Hin und wieder gewann ich Preise, die mir in der Schule verwert wurden.
Während die anderen Latein
büffelten lernte ich Esperanto, fuhr abends zur Berliner Sternwarte in
Schöneberg, ca. 80 Minuten einfache Strecke mit dem Bus, hörte mir
Seminare für Erwachsene Astronomen an und war als jüngstes Mitgli=
ed
der Sternwarte mit 14 Jahren in einem Kurs dabei, wo man sich sein
Spiegelteleskop selber bauen konnte. In monatelanger mühseliger und
geduldiger Schleifarbeit entstand zwischen lauter großen Leuten mein =
Parabolspiegel.
Gut kann ich mich noch an den Geruch von Carboneum erinnern, was als
Schleifmittel diente. Mein Stolz war schon recht mächtig, als ich Mars,
Jupiter und Saturn das erste mal durch mein eigenes selbst gebastelte
Spiegelteleskop sah.
4 Jahre braucht Alpha Centauri=
mit
seinem Licht hier anzukommen, 8 Minuten die Sonne, 1 Sekunde der Mond ̵=
1;
was für eine phantastische Geisteswelt. Ob die Erwachsenen mich als
Jugendlicher zwischen ihnen als Störenfried empfanden oder nicht, konn=
te
ich in der Sternwarte nie herausfinden. Ich glaube, ich war ein bebrilltes
Muttersöhnchen und Exot zwischen ihnen. Andere Kameraden gingen in die=
Diskotheken
und ich schliff Parabolspiegel, las Bücher über Psychologie und
machte Hypnoseversuche mit einem Schulfreund.
Die Zeit der Hypnoseversuche w= aren allerdings schon schwer verdaubar für mich. Ich konnte ja mit keinem Lehrer darüber reden und auch nicht mit meiner lieben Mutter. Die hatt= en ja alle keine Ahnung davon, keine Ahnung von dem, was mich interessierte. <= o:p>
Aber ich hatte einen guten
Klassenkameraden, nennen wir ihn Axel Huber. Der war ganz scharf auf die Hy=
pnoseversuche,
denn wir versprachen uns „Lernen im Schlaf“ davon und das
Erforschen unseres Gehirns und mehr Erfolg und Mut bei den Mädeln.
Lernen bedeutet immer Risiko u=
nd
vielleicht sich die Hände verbrennen, wenn man keinen Lehrmeister hat.=
Ich
bestellte mir einen schriftlichen Lehrkurs für 100 Mark, der das Hypno=
tisieren
in 2 Wochen versprach. Die Annonce fand ich in einem meiner geliebten Perry
Rhodan Hefte.
Also rann an die Arbeit, studi=
erte
ich die Lehrhefte, machte mit meinem Freund die ersten Suggestionsversuche =
und
Übungen und brachte tatsächlich den Axel in Hypnose. Das Ganze war
auch gar nicht schwierig für mich, so als kannte ich die Materie aus e=
iner
anderen Zeit. Der Freund schrieb dann tatsächlich in der Schrift eines
7-jährigen, erinnerte sich an Geburtstagsgeschenken seines 3. Geburtst=
ages
und konnte sich wesentlich besser an die Englischvokabeln erinnern, als es
normal je möglich gewesen wäre.
Als er aber dann nach ca. 1 Ja=
hr
anfing in einer Sprache zu sprechen, die es auf dieser Welt nicht gibt, ein=
er
Sprache die so ähnlich klang wie die Harry Potters mit den Schlangen, =
kam
schon etwas Gruseln über meinen Rücken. Aber wo menschlicher Geist
forscht ist er schwer zu bremsen. Neugierde ist eine total schöne aber
auch sehr gefährliche Gabe. Also forschten wir beiden Zwerge von ca. 15
Lebensjahren weiter. Axel schrieb in dieser fremden Sprache, die ähnli=
ch
aussah, wie das arabische (aber doch anders, weil ich nun arabisch etwas
kenne). Er redete von Erlebnissen, festgebunden und verankert auf einem
Konsolensitz in dem er Jahrelang verweilen mußte. Letztendlich gab es
Schwierigkeiten bei dem Zurückholen aus der Trance bis hin zu
gefährlichen Situationen auf dem Balkon unserer Mietswohnung.
In mir tauchte ein klares rotes
Licht auf, was mir sagte, keine solchen Versuche mehr. Die Situation wurde =
so unheimlich
und beklemmend, daß ich beschloß, alle Schriftstücke und
Tonbandaufnahmen zu vernichten. Etwas in mir hat es beschlossen, nur war mir nicht kla=
r, wer
in mir die Entscheidung traf, wichtiges Material zu vernichten.
Also wurde ich auch recht
früh mit einem Mysterium konfrontiert und noch heute würde ich als
reifer Mensch sagen, das Material und die Situation war absolut echt und ni=
cht
anzweifelbar (außer von der Wissenschaft, die die Wiederholbarkeit ei=
ner
spontanen Situation fordert).
Irgendwann in der 11. Klasse g=
ing
ich dann vom Gymnasium “ab“. Abgehen war immer das Wort für
die Erfolglosen, die es nicht schafften, die nicht durchhielten oder die
einfach keine Lust mehr aufs Pauken hatten. Bei mir waren es wohl alle drei
Dinge.
Was tun also?
Mutter sagt, eine Lehre machen,
Vater sagt, ist mir alles egal, aber Du bist technisch veranlagt. Also wurd=
e gemeinsam
etwas gesucht, was in die Vorstellungswelten meiner Eltern und der umgebend=
en
Gesellschaft paßte.
Elektronik ist gut, Mechanik a=
uch,
also begann ich eine Lehre als Elektromechaniker im größten deut=
schen
Elektrokonzern.